Wohnungssuche Sucks!

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Ich suche ja schon seit relativ langer Zeit eine Wohnung oder ein WG-Zimmer. In München – das wissen alle – ist das besonders schwierig und übrigens nicht erst seit Kurzem. Wohnungsnot gibt es hier schon seit den 70ern, wenn nicht sogar noch früher. Langsam kommt es mir so vor, als wäre es leichter in Bayern trotz „Kein Haus bleibt länger als 24h besetzt!“ ein Haus zu besetzen, als im Münchner Innenraum eine Wohnung zu finden. Düstere Aussichten also.

Diese Sache mit immoscout und Co. habe ich aufgegeben. Als Studierende hat man dort keine Chance: Begehrt auf dem Wohnungsmarkt sind vor allem Pärchen, am besten mit Vollzeit-Job. Weder das eine, noch das andere kann ich bieten. Eine Zeit lang habe ich es bei den Vermieter_innen von Freund_innen versucht und mal hier, mal da angerufen, Unterlagen hingeschickt usw.

Allen Leuten habe ich Bescheid gegeben, sie mögen doch bitte schreiben, wenn sie von freien Zimmern und Wohnungen hören. Da kamen dann auch Angebote, meistens wurde ich aber schon durch die Beschreibung ausgeschlossen (sei es, weil ich zu jung, keine Studentin an der Hochschule München oder ein Mensch mit zu niedrigem Gehalt bin) und ich habe mich nur in ganz seltenen Fällen mal beworben.

Meine skurrilsten Erlebnisse hatte ich eigentlich, wenn ich auf wg-gesucht herumkrebste oder mir Telefonnummern von Zetteln mit Zimmerangeboten abriss, die in der Mensa herumhingen. Ich habe Jurastudenten getroffen, die sich im ersten Gespräch durch „Ich hab nichts gegen Schwarze, aber…“ als potenzielle Mitbewohner disqualifizierten. Ich hatte versucht, meine Erwartungen an meine Mitbewohner_in herunterzuschrauben, aber das ging mir dann doch gegen den Strich.

Und dann habe ich diese Leute getroffen, die auf den ersten Blick einen wahnsinnig freundlichen, umgänglichen und sauberen Eindruck machen, sich bei dem Treffen so verhalten, als wäre man quasi schon eingezogen, und es dann nicht einmal auf die Kette kriegen, trotz des Versprechens „Ich werde mich auf jeden Fall bei dir melden.“ zu schreiben und mir als Wartender mitzuteilen, dass das Zimmer leider an jemand anderen vergeben wurde. Auch wenn ich in diesen Momenten gerne „Blöd, dass ich jetzt weiß, wo du wohnst.“ antworten würde, reiße ich mich zusammen, bedanke mich ganz höflich für die Antwort und beschließe, nie mehr die Seite wg-gesucht aufzurufen. Zwei Tage später sitze ich wieder davor.

Viele Freund_innen haben mir unterschiedliche Herangehensweisen empfohlen, von immoscout über Bossert Immobilien über bestimmte Vermieter kontaktieren bis hin zum klassischen Zettel in den Vierteln aufhängen. Nichts davon hat bisher funktioniert.
Man kennt diese Geschichten von denjenigen, die eineinhalb Jahre, manchmal länger gesucht haben, bis es etwas gab. Man kennt auch die fast schon wie Märchen anmutenden Begebenheiten, bei denen noch während des Zettel Aufhängens eine Frau kam und den Suchenden eine Wohnung anbot, bei denen nach drei, vier Wochen oder wenigen Monaten die absolut perfekte Wohnung gefunden wurde, die aus unerklärlichen Gründen einfach nicht teuer ist.
Man hört sie, die Erzählungen von den netten Vermieter_innen, die studierendenfreundlich sind, junge Leute in ihren Wohnungen haben wollen und so ganz anders sind, als die Vorstellung von Vermieter_innen. Aber sie begegnen einer irgendwie nie. Dieses „Glück“, von dem alle behaupten, man muss es haben bei der Wohnungssuche, wo kann man das bestellen?

Ich für meinen Teil suche weiter, wohlwissend, dass es noch sehr lange dauern kann, bis ich fündig werde. Selbstverständlich, diese Vorstellungsgespräche in WGs, bei denen man sich vornimmt, ehrlich zu sein, dann aber vergisst zu erwähnen, dass man vegan lebt, bei denen man sich ungewollt trotzdem verstellt und alles Negative außen vor lässt nerven, ermüden, lassen verzweifeln, nagen am Selbstwertgefühl.

Genauso die Wohnungsbesichtigungen, das Sehen von perfekten und wunderbaren Wohnungen, um dann ein paar Tage später die Absage zu kassieren, wenn die Anfrage nicht einfach sowieso stillschweigend vergessen wird. Diese Wohnungsbesichtigungen zeigen immer, wie es sein könnte. Und implizieren gleichzeitig, dass es nicht so ist und das es mit größter Wahrscheinlichkeit auch nie so sein wird. Wie gesagt: Düstere Aussichten.

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