No Diet Talk!

Yoga-Posen und Katzen-GIFs

Veganismus funktioniert momentan oft als Lifestyle, bei dem man sich dafür entscheidet nur noch #healthyfood zu essen, fitter zu werden und mindestens 15 Kilo abzunehmen.
Das ist nicht mein Veganismus, denn besagter Veganismus zielt meistens auf Selbstoptiminierung auf neoliberale Art und Weise ab, verkörpert und propagiert eklatant Schlankheitswahn und kümmert sich wenig um Veganismus als emanzipatorische Politik. Ich bin diese Blogs über Veganismus leid, die in regelmäßiger Abfolge veganes Essen, esoterisch-reaktionäre Inhalte, Bilder vom eigenen superkrass trainierten und schlanken Körper in Yoga-Posen und Katzen-GIFs posten.

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Gefunden bei: http://anneatomy.tumblr.com

Vielen dieser Veganer_innen geht es scheinbar nur darum, sich möglichst gesund zu halten, dünn zu bleiben, alle Rezepte von Attila Hildmann nachzukochen und ihre drei True Fruits-Smoothies am Tag zu trinken. Dass beispielsweise True Fruits eine Firma ist, die mehrmals durch sexistische, lookistische und rassistische Werbung aufgefallen ist und dass Attila Hildmann ständig reaktionären Bockmist verzapft, interessiert sie nicht.
Der politische Aspekt von Veganismus wird vollkommen ausgeblendet, genauso wie die Frage nach den Hersteller_innen des veganen Essens. Das führt dann dazu, dass Leute, Firmen usw. gefeatured werden, die sich vollkommen antiemanzipatorisch verhalten und ekelhafte Inhalte verbreiten (ein Blog, der darüber viel Auskunft gibt, ist beispielsweise Indyvegan).

Neoliberale Körperoptimierung

Veganismus ist meiner Meinung nach politisch und sollte sich auch bewusst als emanzipatorisch und aktivistisch begreifen. Deshalb muss er sich auch gegen fat shaming, Schlankheitswahn, Lookismus und neoliberale Körperoptimierung wenden.
Gesundheit ist eine Vorstellung, die von den aktuellen gesellschaftlichen Zuständen abhängt. Was gesund ist und was nicht, ab wann Dicksein als „krankhaft“ klassifiziert wird, ändert sich alle paar Jahre und ist sowieso absolut nicht objektiv.
Indem ständig Gesundheit und Dünnsein als Werte hochgehalten werden und sich Leute damit profilieren, werden andere marginalisiert und außerdem pathologisiert, obwohl sie sich selbst wohl fühlen und kein Problem mit ihrem Aussehen hätten – wären da nicht gesellschaftlicher Druck und Diskriminierung.
Die eben genannten Werte sind ohnehin erfolgreich wirksam als gesellschaftliche Normen, die notwendigerweise zu Ausgrenzung führen, weil es immer „Nicht-Gesunde“ und „Nicht-Dünne“ geben muss. Insofern sollten Veganer_innen mit emanzipatorischem Anspruch Abstand davon nehmen, sich mit ihnen zu identifizieren.

My body, my choice! Your body, your choice!

Leute sollten selbst darüber entscheiden, wie sie mit ihrem Körper umgehen.
Mein Blog kümmert sich also nicht um Kalorien in den Rezepten, die ich blogge und das ist gut so. Essen, das ich esse, muss nicht gesund sein, es muss lecker sein und satt machen. Ich will keine Fragen darüber hören, ob sich Essen mit einer „low carb“-Ernährung verträgt oder wieso ich nicht auf Zucker verzichte.
Ich begreife meinen Veganismus als politisch und emanzipatorisch. Und das bedeutet auch, dass ich für diesen ganzen Hype um schlanke Körper und Gesundheit um jeden Preis absolut keinen Nerv hab.

Für mehr veganes, fettiges Fast- und Junkfood!

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Ebenfalls von: http://anneatomy.tumblr.com
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Ein Kommentar zu „No Diet Talk!

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