Recommending: RVIVR und Petrol Girls

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Letzten Mittwoch, also am 20. Juli, haben Rvivr und Petrol Girls im Kafe Kult in München gespielt. Rvivr kannte ich noch von letztem Jahr und Petrol Girls war für mich eine neue Band.
Ich kann nur allen empfehlen, sich diese Bands mal anzuhören, am besten live! Und das sag ich als Person, die eigentlich ungern auf Konzerte geht, weil ich nicht so der Mensch für im Publikum Stehen und mit dem Kopf Nicken oder Tanzen bin.

Aber zu RVIVR wollte ich wieder gehen, weil sie mich letztes Jahr schon so beeindruckt haben. Petrol Girls (Link führt zu einer Facebook-Page) kannte ich bis dahin noch nicht. Die Band aus London macht Raging Feminist Post-Hardcore und wenn es Raging heißt, dann trifft es das in diesem Fall auch voll und ganz. Für mich ist das großartige Musik mit einer großartigen Message bzw. eher sehr vielen Messages. Die Frontfrau hat oft über Depressionen und psychische Zustände, unter denen sie zu leiden hat, gesprochen, was ich sehr beeindruckend fand und hat so die Texte nochmal anders kontextualisiert. Außerdem ging es um patriarchale Verhältnisse, sexualisierte Gewalt, Rassismus, Binarität und tausend andere spannende, politische Themen.

Der krasseste Moment im ganzen Konzert war für mich, wo sie am Ende eines Liedes (ich weiß leider nicht mehr, welches es war, werde es aber hoffentlich herausfinden) „Touch me again and I will fucking kill you!“ immer wieder mit einer packend-wütenden Stimme wiederholt hat. Das hat mich so gerissen, dass ich mich noch tausend Mal mehr über meinen neuen Patch mit denselben Worten von der Band gefreut hab.

Überhaupt muss ich nochmal extra ein paar Worte zu einem bestimmten Merch-Artikel von Petrol Girls verlieren: Die Frontfrau hat ein Zine dabei gehabt, das sie selbst gemacht hat. Ich habe sowieso viel Begeisterung für Zines übrig und dieses Zine ist für mich ein Paradebeispiel für ein politisches, selbst gemachtes, schön gestaltetes DIY-Zine. Es befinden sich unglaublich schöne Illustrationen, Schnipsel und Texte darin, die sich wirklich anzuschauen und zu lesen lohnen. Sollte Petrol Girls also in eurer Stadt sein: Geht dahin, schaut euch die Show an und nehmt auf jeden Fall eines der Zines mit!

Petrol Girls war der eine Grund, wieso ich das Konzert 2016 besser fand, als das letztes Jahr. Der zweite war, dass mir auch RVIVR besser gefallen haben, als letztes Jahr. Das lag aber vielleicht auch daran, weil ich sie dieses Jahr besser sehen konnte. Die Band tritt unglaublich kraftvoll auf mit einem super Klang. Die beiden Frontmenschen haben eine unglaublich tolle Show gemacht, bei den beiden meine ich immer so richtig zu merken, dass sie das lieben. Stimmlich passt das Duo super zusammen und ich mag auch ihre Texte unglaublich gerne.

Mit der Musik fühle ich mich irgendwie sehr aufgehoben, weil mich die Texte fesseln und RVIVR musikalisch echt was auf dem Kasten hat. Auch wenn sie mir live besser gefallen, höre ich deren Musik sehr gerne auch so als mp3. Ich mag die Pop-Rock-Elemente, die darin enthalten sind, auch wenn ich das Genre der Band nicht so richtig einordnen kann (aber auch, weil ich Laie bin und mich da immer eher schwertue).

RVIVR ist ebenfalls eine politische Band, die sich klar gegen Sexismus und Homosexuellenfeindlichkeit positioniert. Im Jahr davor haben sie im Kafe Kult den Moshpit auf eine, wie ich fand, sehr coole Art und Weise kritisiert, in dem sie gesagt haben, sie finden es schlimm, wenn sich Männer zu ihrer Musik gegenseitig verletzen. Ich meine, dass dieses Jahr spürbar war, dass sich die Leute an das Statement erinnert haben.

Also gilt auch für RVIVR: Ihr seht eine Konzertankündigung mit der Band?
Geht hin! Es ist wichtig solche Bands zu supporten, die politisch sind, die sich in einer so stark männerdominierten Szene versuchen durchzusetzen. Außerdem machen sie einfach Hammer Musik!

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