Links vom 20. Mai 2016

Leider versinke ich im Moment in Lesekram und Textproduktion für die Uni, weshalb nicht viel Zeit hierfür bleibt. Andererseits habe ich auch sonst nie mehr Zeit, als jetzt, denke ich mir, also habe ich mir heute eine Stunde gestohlen, um ein paar Links ins Wochenende mitzugeben.

Da sind einmal zwei Texte, die sich um (Leih-)Mutterschaft, Schwangerschaft, und Mütterbilder drehen. Der eine ist auf dem aufZehenspitzen-Blog erschienen und dreht sich um Bloggen über Mutterschaft, wie sich Mutterbilder auch durch Aktivität im Internet verändert haben und wer eigentlich Blogs über Elternschaft betreiben kann – nicht jede_r!
Und der andere Artikel ist aus dem Standard und von Antje Schrupp verfasst und fragt danach, ob Leihmutterschaft Arbeit ist. Dabei wird Leihmutterschaft im Zusammenhang mit dem Recht auf den eigenen Körper und der Verwertung von Körpern und der Möglichkeit schwanger werden zu können betrachtet, was ich sehr spannend fand; auch wenn ich die These, dass wir nicht mehr im Kapitalismus, sondern wieder im Feudalismus leben nicht unbedingt haltbar finde.

Dann gibt es wieder einen schönen Text von Andreas Kemper, wobei der Beitrag inzwischen auch schon wieder älter ist. Es geht wieder einmal um einen speziellen Ausdruck, den Björn Höcke verwendet und der „auf eine Identität zwischen dem NS-Verherrlicher „Landolf Ladig“ (…) und Björn Höcke, der 2013 in die AfD eintrat, hinweist.“ (Kemper 2016)
Mit der AfD hat sich kurz nach den Landtagswahlen auch Peter Nowak nochmal eingehender befasst und zwar dahingehend, dass er Überschneidungen in rhetorischer/sprachlicher Hinsicht bei AfD und Union gesucht hat. Solche Artikel finde ich immer deshalb so interessant, weil eine sprachliche Analyse deutliche Hinweise auf die Nähe beider Parteien zueinander geben kann.

Auch in diesem Post wieder ein paar unerfreuliche juristische Verschwurbelungen: Der Münchner Pegida-Chef kann sich unbehelligt höchst antisemitisch und Holocaustrelativierend äußern und seine Aussagen werden juristisch überhaupt nicht sanktioniert. Und in Fürth wird ein Antifaschist zu einer Bewährungsstrafe verurteilt auf Grundlage von drei Neonazi-Aussagen, die sich zudem noch widersprechen. Wow! Beeindruckende Rechtssprechung in beiden Fällen. *irony*

Währenddessen beschäftigt sich Sachsen mit seinem Polizeimangel und führt Polizei-Schnell-Ausbildungen ein, nach denen Leute in drei Monaten Cops werden können. In diesen drei Monaten wird es kaum Zeit für andere Inhalte als Draufhauen und Schießen Lernen geben, um Asylunterkünfte zu schützen. Doch gegen wen sich die Cops richten, wenn es heißt, sie „schützen Asylunterkünfte“, dürfte klar sein: Gegen Geflüchtete und nicht etwa gegen Molotov-Cocktails schmeißende Neonazis. Und warum machen Leute da mit? Geschenkte Frage: Nadine Donke aus Heidenau: „Ich brauche Action!“

Traurig ist auch, dass die Macher_innen des feministischen Magazins „an.schläge“ vor einiger Zeit einen Shitstorm abbekommen haben, weil sie keine Illustratorinnen beschäftigen möchten, die mit rassistischer Bildsprache arbeiten.

Ein Termin, den eins sich vormerken kann, ist der 24.-26.6.2016. Da findet nämlich in Dresden das „female focused & queer feminist festival ‚Böse und Gemein'“ statt. Mal sehen, ob ich es dorthin schaffe, bin ja eigentlich eher nicht so der Festival-Mensch.

Und zuletzt noch zwei Buchempfehlungen: Einerseits das Buch „dabei geblieben“, in dem linke Aktivist_innen übers Älterwerden und Auswirkungen auf ihren politischen Aktivismus erzählen und von dem ich bei Peter Nowak eine schöne Rezension gelesen habe. Im Moment steht das Buch noch ungelesen bei mir im Regal, aber ich werde es bald lesen und dann hoffentlich auch rezensieren. Andererseits ein Buch, das morgen (21. Mai) erst erscheint. Es ist von Patrick Gensing geschrieben und behandelt rechte Hetze in sozialen Netzwerken und die Bildung von Parallelgesellschaften dort, wie diese funktionieren und welche Auswirkungen sie auf die Gesellschaft als Ganzes haben. Ich bin sehr gespannt auf das Buch (falls es mir jemand schenken will, gerne) und werde hoffentlich auch dafür bald Zeit finden.

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