Athen 2016

Wie bereits im vorigen Beitrag erwähnt, war ich letzte Woche auf Reisen. Ich bin nach Athen geflogen und habe dort in einer sehr schönen WG gewohnt, deren Bewohnerinnen mir viele Tipps geben konnten, was ich mir ansehen sollte, weil ich mir zwar schon gerne ein oder zwei Touri-Sachen anschaue, aber den Rest der Zeit lieber andere Dinge unternehme, die andere vielleicht nicht so spannend/wichtig finden.

Letztendlich habe ich die Stadt via Essen kennengelernt, weil es in vielen Stadtvierteln genau ein vegetarisch-veganes Restaurant oder irgendetwas veganes auf der Speisekarte gibt. Geholfen hat mir dabei happycow.net, ich habe fast alle Restaurants auf der Liste ausprobiert. Aber von vorne…

An meinem ersten Tag hat mir eine der WG-Bewohnenden den Weg von Omonia nach Syntagma (das Zentrum dort) gezeigt – einen Weg, den ich oft gegangen bin. Eigentlich geht eins dabei immer nur eine Straße entlang, auf der sich viele Leute bewegen, weil es eine sehr zentrale Straße ist (laut WG-Bewohnerin). Wir sind die größte Einkaufsstraße entlanggelaufen bin nach Monastiraki, von wo aus die Akropolis recht schnell erreichbar ist. Ich bin dann sogar nach dort oben gelatscht, aber ich war etwas zu spät, weil ich nicht dachte, dass ich ab 15 Uhr da nicht mehr reindarf. Deshalb bin ich einfach ein wenig durch die Viertel dort geschlendert und habe etwas zu essen gesucht, weil ich happycow.net da noch nicht kannte.

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Das habe ich mir am Abend aber genauer angesehen und so kam es, dass ich mich am zweiten Tag nach einem Walk zur Akropolis und eine Stunde Menschenmassen ertragen in das Restaurant namens „Avocado“ gesetzt habe. Das ist relativ clean aufbereitet, bietet sehr gutes Essen an und hat eine Limonade, die ich immer noch nachzumachen versuche, weil ich nicht das richtige Mischverhältnis finde (Apfelsaft und Limette, glaube ich). Leider ist das Restaurant, wie viele andere vegane Restaurants, etwas teuer für meine Verhältnisse und das, was eins dort sonst auch essen kann. Ich habe für Essen und Trinken beim ersten Mal 16 Euro gezahlt, beim zweiten Mal 14 Euro. Trotzdem fand ich es sehr schön dort, weil das Essen wirklich sehr lecker war, es vergleichsweise viele vegane Gerichte gab und auch die Leute dort richtig sympathisch und hilfsbereit waren.

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Dann gab es da noch einen kleinen Imbiss auf der Straße, die Omonia und Syntagma miteinander verbindet (Themistokleus 57), der auch vegan (ich glaube auch raw) cakes verkauft und warmes Essen. Das war wirklich günstig und ich bin dort öfter hingegangen, weil diese Kuchen mich getrieben haben und das für To Go auch sehr gut geeignet war.

Abends saß ich relativ häufig auf den Stufen bei Syntagma, weil ich maximal zwanzig Minuten dort sitzen musste, bevor irgendwelche spannenden Sachen passiert sind. Der Platz eignet sich scheinbar sehr gut für Parcours, BMX und andere Fahrradsportarten, zum Skaten, Rappen und Breakdancen. Das haben dort (oft dieselben) Leute fast jeden Abend gemacht und ich konnte einfach mein Essen essen und dort sitzen und nichts tun, außer zuschauen.

An einem Tag war ich bei einem Restaurant namens Rosebud essen, wo ich auf vegane Fish & Chips gehofft hatte, die aber leider nicht mehr auf der Karte stehen. Aber: In diesem Restaurant kann eins vegane Nachspeisen haben! Etwas, was mir richtig oft auf Speisekarten fehlt. Außerdem hatte ich nicht das Gefühl, dass dort „Healthy Food“ so groß geschrieben wird, das lag vielleicht auch an meiner Wahl (veganer Hot Dog) und an der eigenen „Junk- and Fastfood“-Seite auf der Speisekarte.
Ich mag es nicht, wenn vegane Restaurants immer so stark betonen, wie gesund vegan sein muss, weil der Hype um Healthy Food für mich sehr viel mit gesellschaftlichen Normen zutun hat, die ich ablehne (Schönheitsnormen, Fat Shaming, Funktionszwang, Ableism, der Zwang „fit“ und „agil“ zu sein, usw.), insofern war ich großer Fan von fettig schmeckendem Hot Dog und zuckrigem Panna Cotta. Die Preise bei diesem Restaurant für warmes Essen bewegten sich rund um die 10 Euro.

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Ein Viertel, das mich fasziniert hat aufgrund der Form von Politik, die dort umgesetzt wird, war natürlich Exarchia. Ich kenne die Politik viel zu wenig (nach einer Woche, in der ich kaum etwas von der Politik dort mitbekommen habe), um darüber groß zu schreiben, aber ich finde es erstmal sehr spannend, wenn an den Straßen zu sehen ist, dass ein Viertel anarchistisch geprägt und politisch ist, in dem viel selbstverwaltet wird.
Es lohnt sich auch, wenn eins dort ist, mal bei den Social Centers nachzufragen, ob Support gewünscht ist. Ein oder zwei solcher Centers für Geflüchtete habe ich gesehen und eines besucht, um zu unterstützen und da braucht es immer verschiedenste Sachspenden, aber auch viele Personen, die die ein oder andere Aufgabe übernehmen.

Während ich dort war, war das Wetter so gut, dass ich sogar an einem Tag mit der Tram ans Meer gefahren bin. Linie fünf fährt etwa vierzig Minuten, dann ist der Strand zu sehen und nach ein oder zwei Stationen gibt es auch Zugang zum Meer ohne ein Tagesticket Strandausflug zu kaufen. Der ist dann etwas steinig, aber trotzdem total angenehm und mir ging es eh nur ums Dasitzen und Meer sehen, weil es zum Schwimmen doch noch etwas kalt war.

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An meinem vorletzten Tag habe ich dann noch bei einem vegetarisch-veganen Restaurant gegessen, das leider voll beim „Healthy Food“-Hype mitgeht – es gab Untersetzer, die zeigen sollten, wie „gesunde“ Ernährung aussieht -, aber dafür unglaublich gutes und günstiges (warmes Essen kostet zwischen fünf und acht Euro) Essen hat: Mama Tierra. Ich habe mich mit dem Koch dort unterhalten und er meinte, dass es ihm darum geht, zu zeigen, dass es in verschiedensten Küchen vegane Gerichte gibt, er kocht relativ wenig mit Alternativen zu tierischen Produkten. Nach dem Essen habe ich es gerade so noch nach Hause geschafft, dann musste ich erstmal eine Stunde bewegungslos daliegen, weil mein Bauch so voll war. Das Restaurant war wirklich eines meiner liebsten, weil ich mich dort so wohl gefühlt habe und meine würzigen Nudeln mit Gemüse und Soße klasse geschmeckt haben!

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Und zuletzt gibt es natürlich noch das eine oder andere vegane Essen an anderen Imbiss-Ständen. Ich habe zum Beispiel Falafel gegessen (dafür gab es auch zwei Shops, die vegane Soßen angeboten haben, von dem ich bei einem war), im Zweifel mit Ketchup statt Soße, habe an einem Abend eine unglaublich leckere Paste probiert namens Fava und war großer Fan von Chalvas (gibt es auch bei dem vegan-vegetarischen Imbiss.Das sind zwei Gerichte, die es dort angeblich oft zur Fastenzeit gibt und ich werde sie bald mal versuchen nachzumachen.

Dafür habe ich auch Gewürze gekauft, die es in einem kleinen Laden bei Metaxurgio gab, ein Viertel, in dem es viele verschiedene solcher kleiner Läden gibt, die sich auf irgendetwas spezialisiert haben. Das fand ich auch einen der schönsten Orte, weil ich so lange durch kleine Straßen schlendern konnte und so zwischen dem Treiben verschwinden konnte. Von Omonia dorthin zu laufen kann ich nur empfehlen, so wie in Athen allgemein die meisten Wege zu Fuß zu erledigen.

Insofern habe ich mich in dieser Woche entspannt, viele nette Leute getroffen und mit ihnen abgehangen und ziemlich gut gegessen. Im Sommer wird es dort für mich zwar etwas zu heiß sein, aber ich wäre sehr froh, bald wieder dorthin zu fahren.

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